Vietnam – finale Anstrengung und Entspannung

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18. / 19. Tag (Do. / Fr., 13. / 14.09.)

Donnerstag

Der heutige Tag bestand im Wesentlichen daraus, dass wir uns ganz allmählich auf den letzten Teil der Reise vorbereiteten. Die letzten Tage wollten wir mit Relaxen in Nha Trang verbringen. Das muss natürlich geplant werden. Schon während unseres Aufenthaltes in Hoian hatten wir uns erkundigt, wie wir am besten von Hue nach Nha Trang kommen würden. Und wie das so ist – die einen sagten so, die anderen so ! Im Spiel waren Flugzeug, Overnight-Bus und Eisenbahn. Auf jeden Fall wollten wir nachts fahren, um den Tag nicht mit Reisen zu verplempern. Entschieden und gebucht haben wir dann im Hotel Ngoc Huong in Hue.

Und zwar wollten wir mit dem Nachtzug , dem „legendären“ Wiedervereinigungsexpress, von Hue nach Nha Trang fahren. Die Fahrtzeit sollte ca. 14 Stunden betragen.

Nach dem Frühstück bestand der Tag in Hue dann aus Herumschlendern, letzte Einkäufe erledigen (irgendwas lacht einen immer vom Straßenrand aus an) und Fruchtshakes genießen.
Als wir mittags ins Hotel zurückkamen, überraschten uns die freundlichen Mitarbeiterinnen an der Rezeption mit unseren Zugkarten für Nha Trang. Nur leider hatte man uns auf drei unterschiedliche Vierer-Kabinen im Schlafwagen verteilt. Ob wir es nun explizit bei der Buchung gesagt hatten oder nicht – im Grunde genommen waren wir davon ausgegangen, dass drei europäische Zugreisende auf eine Kabine gebucht werden. Noch an der Rezeption versuchten wir, die Buchung zu ändern. Leider brachten die Bemühungen nichts. Auch später in einem Reisebüro und zum letzten Mal kurz vor der Abfahrt am Bahnhof in Hue versuchten wir es noch einmal. Tenor war immer: das müßte eigentlich klappen. Am besten im Zug bei der Schaffnerin fragen! Als dann der Zug in Hue an diesem Abend in den Bahnhof eingefahren war und wir unseren Wagen bestiegen, war das erste, was wir der Schaffnerin sagten: wir wären auch bereit zu zahlen, wenn wir gemeinsam in einer Kabine übernachten könnten. Leider war das Gedränge in den engen Gängen des Zuges so groß, dass die Schaffnerin überhaupt keine Geduld hatte, sich mit uns zu beschäftigen.
Also bissen wir in den sauren Apfel und verteilten uns auf unsere Kabinen. Die Fahrt war dann ein richtiges Erlebnis. Ich weiß nicht, wie schnell der Zug fuhr, nehme aber an,  dass wir mit höchstens 70 oder 80 km/h über die schmalspurigen Gleise holperten. Ja, holperten und sogar so, dass ich anfangs dachte, „gleich entgleist der Zug ..!!“ Meine Liebste fror schrecklich in ihrer Kabine, da sie direkt unter der Air-Condition lag….
Rückblickend finde ich die Zugfahrt aber richtig klasse! Es war wie so viele andere Erlebnisse auch auf dieser Reise, eine Situation, in die wir mit anfänglicher innerer Ablehnung „hineingerieten“. Und uns dann umgehend sagten, es ist nun halt so, machen wir das Beste daraus! (wichtige Grundhaltung für Vietnam!).

Freitag

Als wir am Freitag morgen gegen 8 Uhr am Nha-Tranger Bahnhof ankamen, wartete bereits Herr Bu, der Besitzer des „La Paloma“, unserer Hotelanlage in Nha Trang, auf uns.

Das "La Paloma" in Nha Trang

Das „La Paloma“ in Nha Trang

Wir waren irgendwie doch froh, dass wir die Zugfahrt jetzt hinter uns lassen konnten und dass nun der entspannendste Teil unserer Reise beginnen sollte.

Swimmingpool im "La Paloma"

Swimmingpool im „La Paloma“

Mit dem „La Paloma“ hatten wir uns mal richtig etwas gegönnt! Für ein Doppelzimmer zahlten wir 45 Dollar, inbegriffen war ein Frühstück und auch das Abendessen. Ein Swimmingpool und die laufend gepflegte Gartenanlage sollten uns für die zurückliegenden kleineren Strapazen entschädigen.
Nach einem kleinen Frühstück an diesem Tag folgte die Ruhephase. Danach grasten wir die nähere Umgebung ab – den fantastischen Strand z. B. und ließen uns ansonsten immer mal wieder zum Zweck der Erfrischung bei Fruchtshakes etc. nieder.

Strand in Nha Trang

Strand in Nha Trang

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  1. Zum Nachtzug: Rückblickend kann ICH der Fahrt bis heute absolout rein gar nichts abgewinnen!!! Das war der reine Horror!!! Das Gedrängel war vergleichbar mit dem, was man bei uns als Pendler an einem Freitag- oder Sonntagabend erleben kann – nur mit dem Unterschied, daß wir mittlerweile ganz schön sperriges Gepäck dabei hatten. Es ist schon etwas anderes, ob man als Pendler mit einem kleinen Rollenkoffer unterwegs ist oder mit einem großen, schweren Reiserucksack und zwei weiteren größeren Gepäckstücken. Dann die Abteile. Ob sie nun erster oder zweiter Klasse waren, wissen wir bis heute nicht, aber auf jeden Fall waren sie „gehoben“, schon allein wegen der Klimaanlage. Trotzdem waren sie (nur gefühlt?) enger als bei uns, genau wie übrigens auch der Gang. Und dann mit so viel Gepäck und mit so viel europäischem Körper so ein vollbesetztes Abteil betreten zu müssen, sich auf abenteuerlichste Weise irgendwie auf die obere Liege begeben zu müssen, dabei natürlich sämtliche Mitreisenden des Abteils stören zu müssen, die es einem mit sehr unfreundlichen Blicken vergolten haben, sich in keinster Weise mit einem entschuldigenden Wort verständlich machen zu können, und vor lauter Aufregung auch nicht auf die Idee kommen zu können, daß man es ja einmal mit ANGUCKEN und LÄCHELN hätte versuchen können – das alles war nicht schön!!! Ich gebe zu, ich war hysterisch, aber es war auch nicht völlig grundlos!

  2. Ja, liebe Judith, aber nun nach ein paar Wochen des „Sackens“: Sooo schlimm war es doch auch nicht?! Hast überlebt! Und (vielleicht) lieber EINE Nacht im Trän mit trainen, als irgendwo einen DAUERstress. Aber ich weiß, jeder hat andere Grenzen der Belastbarkeit.

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