Die Cowork2014 in Wolfsburg

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Als einer, der festangestellt im öffentlichen Dienst arbeitet, hatte ich streng genommen nichts verloren auf der Cowork2014, der diesjährigen Coworking-Konferenz in Wolfsburg, zu der sich cirka 80 Coworker und CoWorking-Space-Betreiber aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz angemeldet hatten.

CoWork 2014 in Wolfsburg

CoWork 2014 in Wolfsburg

CoWorkingSpaces beherbergen in der Regel nicht festangestellte „Angehörige“ der Kultur- und Kreativwirtschaft, die einen Schreibtisch mit Hardwarezugang und den direkten Kontakt zu anderen Kreativen im Space der Einsamkeit am Schreibtisch daheim vorziehen. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Startups und Existenzgründer, die sich zum Beispiel in der Vorgründungsphase befinden. Der Schreibtisch ist preiswert, kann ganz flexibel für einen Tag, wochen-, monatsweise oder auch für ein Jahr gemietet werden, es gibt keine festgefahrenen, ineffektiven Hierarchien, die kreative Arbeit oft nur behindern, dafür aber jede Menge neuer Kontakte und bestenfalls eine Dynamik unter den CoWorkern, die aus dem freiem Antrieb der Bewohner eines CoWorkingSpace resultiert.
Die fast zwei Jahre, die ich nun schon im Wolfsburger CoWorkingSpace „Schiller40“ ein- und ausgehe, haben meine Auffassung darüber, was alles möglich wird, wenn man sich praktisch den Ort und die Menschen aussuchen kann, mit denen man zusammenarbeitet, daher auch nachhaltig geändert.
Neben Christian Cordes, dem Leiter des Wolfsburger Spaces, begrüßten am Freitag Abend auch Oliver Syring, Vorstandsmitglied der Wolfsburg AG und Andreas Meyer in Vertretung für den Wolfsburger Oberbürgermeister.
Fester Programmpunkt des Abends war die Präsentation von Lena Schiller Clausen, die ihr (gemeinsam mit Christoph Giesa) noch nicht veröffentlichtes Buch „New Business Order“ vorstellte, über das im Anschluss in Form eines „fishbowl-Podiums“ diskutiert wurde. Hier nur einige Schlagworte der Diskussion: „CoWorking als Geschäftsmodell“, „CoWorking als Risikogemeinschaft“, „ Wirtschaftsförderung von unten“, „Zukunft / Zukünfte der Arbeit“, „Wie möchte ich arbeiten?“.

Lena Schiller Clausen und Christian Cordes

Lena Schiller Clausen und Christian Cordes

Den musikalischen Abschluss des Auftaktes bestritt der Braunschweiger Singer-Songwriter Ulf Hartmann.

Ulf Hartmann

Ulf Hartmann

Der folgende Tag (Samstag) war der kreativen Arbeit im Barcamp-Format gewidmet.
So ging es in einer Session mit Kathrin Passig zum Beispiel um „Ambivalenzen“, also um Konflikte in CoWorkingSpaces, die beim kollaborativen Arbeiten immer auch entstehen können. Wenn man also sowohl gemeinsam arbeiten aber gelegentlich auch ungestört sein möchte oder muss (Vermieter-, Mieterrolle, Kommunikation etc.).

Konkreter zum Thema „Konflikte und Konfliktbewältigung“ wurde noch in einer anderen Arbeitsgruppe gearbeitet , in der u. a. thematisiert wurde, wie man konkret mit unterschiedlichen Arbeitstilen umgehen soll.
Weitere Sessions beschäftigten sich mit spezieller Software für die Verwaltung von CoWorkingSpaces und dem Thema „Wirtschaftsförderung von unten – Schule der Selbstständigkeit“ („welche Beratung braucht man, wenn man sich selbstständig macht?“ „Sind die IHK-Paketangebote von der Stange eigentlich das Richtige?). Unter dem Titel „Arbeits(t)räume“ ging es darum, ob CoWorking eher mit dem physischen Raum oder aber mit der Cloud, in der man mit anderen vernetzt ist, verwirklicht wird.
In der Veranstaltung  „Podcast“ ließ ich mir von Branko Canak von seinem Podcast-Projekt („Küchenphilosophie“) berichten, von den Beweggründen eines Podcasters, der Geschichte des Podcastings, der Technik etc., und besuchte abschließend  „Kultur / Kreativ / Wirtschaft“, in dem Christian Cordes die Geschichte und die Struktur des noch jungen „Wolfsburger CoWorking Spaces „Schiller40“ als erstem kommunalen Space in Deutschland beschrieb.

Der Session-Timetable

Der Session-Timetable

Der Sonntagmorgen war zunächst dem Vortrag von Professor Reiner Schmidt „Gemeinsam ARBEITEN.Wohnen.Leben. Stadt machen“ gewidmet, der die Keynote zur anschließenden Podiumsdiskussion sprach. Schmidt skizzierte verschiedene Initiativen der „aktivierenden Stadtentwicklung“ wie den Bernburger Saalesommer und den Pferdestall in Helmstedt, die sich zu Plattformen für Kreativität im urbanen Kontext entwickelt haben.

Prof. Reiner Schmidt

Prof. Reiner Schmidt

Die abschließende Podiumsdiskussion führte Ralf Sygusch von der Stadtentwicklung Wolfsburg, den Leiter des InnovationsCampus der Wolfsburg AG, Josef Schulze Sutthoff, Andreas Warmbein vom Helmstedter Pferdestall, Simone Hollwinkel von der Geschäftsstelle Wolfsburg der IHK Lüneburg – Wolfsburg, Yvonne Fierdaus vom Düsseldorfer CoWorking Space GarageBilk und Christian Cordes auf die Bühne des ehrwürdigen Aalto- Hörsaals.
Ich habe die drei CoWork-Tage als sehr inspirierend und lebendig wahrgenommen und bin sehr froh, dass ich daran teilgenommen habe. Insbesondere waren es für mich die Gespräche und somit auch die neuen Kontakte zwischendurch, die mich weitergebracht haben.

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