Archiv der Kategorie: Kinder

„Helle Köpfe“ – ein Abend zur Zukunft der Bildung

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Freibildungsexperte André Stern („Und ich war nie in der Schule“) und Darmstädter Medienpädagoge Prof. Dr. Franz-Josef Röll zu Gast in der Stadtbibliothek Wolfsburg

Im Rahmen der Reihe „Geist Gehirn Kunst 2014“ geht es am Mittwoch, 21. Mai darum, wie wir unsere Kinder zukünftig ins Leben gehen lassen wollen und warum und wie selbstgesteuertes Lernen auch mit dem Web 2.0 nötig und möglich ist.

Mit dem Darmstädter Medienpädagogen Prof. Dr. Franz-Josef Röll und Autor und Freibildungsexperte André Stern („Und ich war nie in der Schule!“) werden dann zwei wirklich „helle Köpfe“ einen Lichtstrahl auf die aktuellen Fragestellungen der derzeitigen Bildungsdebatte richten.

Um 15 Uhr am 21. Mai zeigen wir im „Hallenbad – Kultur am Schachtweg“ in Wolfsburg den Film „Alphabet“ von „We feed the world“-Regisseur Erwin Wagenhofer.

In diesem Dokumentarfilm ist André Stern einer der Akteure. Der Film widmet sich der Frage, was die Schule mit unseren Kindern macht. Und er sieht in Bildung den Schlüssel zu einer anderen Gesellschaft.

Hier ein Auszug aus dem Programm:

Pädagogik der Navigation – selbstgesteuertes Lernen mit Neuen Medien – Vortrag Prof. Dr. Franz-Josef Röll, Darmstadt

Unsere Mediengesellschaft befindet sich im Umbruch. Der bisher passive Konsument von Produkten und Dienstleistungen kann zum aktiven und mündigen Kommunikator werden. Die Web-2.0-Bewegung stellt die Partizipation der Nutzer in den Vordergrund. Kommunikationsformen wie Soziale Netzwerke (SNS) verkörpern eine neue Partizipationskultur, die nicht an reale Orte gebunden ist. Es ist zu vermuten, dass diese Entwicklung auch Auswirkungen auf die Pädagogik haben wird…. Die PädagogInnen der Zukunft werden weniger Vermittler von Wissen sein, eher werden sie zu Navigatoren, die zuständig sind für die Lernumgebung. Beispielhaft werden pädagogische Methoden vorgestellt, die sich der Herausforderung der digitalen Mediengesellschaft ressourcenorientiert nähern.

Franz-Josef Röll

Franz-Josef Röll

Damit die Bildungslandschaft wieder blüht – Ökologie des Lernens – Vortrag
André Stern, Paris

Wie wächst ein Kind unter den von der Hirnforschung als erstrebenswert dargestellten Bedingungen auf? Gibt es Lernen, Bildung und Erfolg abseits von Leistungsdruck? Was passiert, wenn man ein Kind ein Leben lang in seinem nativen Begeisterungszustand belässt? Wir haben darüber keine Kenntnisse aus erster Hand. André Stern war nie in der Schule, und seine Geschichte liefert Antworten auf diese Fragen. Eine Einladung zu weiteren Fragen und Reflexionen.

André Stern

André Stern

Anschließend Diskussionsmöglichkeit und Ausklang

Der Eintritt beträgt 8 Euro pro Veranstaltung (ermäßigt 6 E.). Anmelden kann man sich für die jeweiligen Veranstaltungen bei der Stadtbibliothek (Tel. 05361-282530, stadtbibliothek@stadt.wolfsburg.de), dem Kunstmuseum (Tel. 05361-26690), dem Planetarium (Tel. 05361-8999320, info@planetarium-wolfsburg.de) und in der KulturInfo im Aaltohaus (Tel. 05361 28-1575, kulturinfo@stadt.wolfsburg.de). Allgemeine Informationen zur Reihe gibt die Stadtbibliothek unter der Telefonnummer 05361-28-2857.

„Klassentreffen 40 plus“ – Erinnerungskultur at its best

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Und wieder ein Klassentreffen gehabt. 2011 waren es „28 Jahre 10. Klasse“, letztes Jahr „30 Jahre 10. Klasse“ und am Wochenende „40 Jahre 1. Grundschulklasse“. Noch vor 10 Jahren wäre ich in diese Form der Erinnerungskultur garantiert nicht eingetaucht. Und heute freue ich mich und bin jedes Mal gespannt auf die Leute, die kommen werden und ganz besonders auf die damals noch sehr jungen Klassenlehrer, die wir wiedersehen konnten.

Es ist aber schon seltsam. Warum bin ich mittlerweile so erpicht darauf, Mitschüler aus der Anfangszeit von vor 40 Jahren wiederzutreffen, die ich ja gar nicht kenne und für die ich mich bisher überhaupt nicht interessierte? Wenn wir uns beim Bäcker oder sonstwo träfen, würden wir uns nicht erkennen, aber dieser speziell inszenierte Rahmen macht es möglich, dass ein irgendwie verdecktes, wieder zum Vorschein gebrachtes dichtes Netzwerk den Blick auf die (eigene) Vergangenheit freigibt.

Und im Laufe eines Abends wird es immer dichter: „hast Du nicht damals da in dem roten Haus in der Bahnhofstraße gewohnt und seid Ihr später nicht nach x gezogen?“ „Mussten wir nicht alle aufstehen im Unterricht beim alten Rektor Fricke? Und der hat doch auch mit Kreide oder seinem Schlüsselbund geworfen, wenn er die Klasse bändigen wollte?“ „Aber nach seiner Pensionierung ist er mit seinem Klapprad durchs Dorf gefahren und hat vor allen ehemaligen Schülern den Hut gezogen“.

"Klassentreffen nach Mitternacht" - und ich bin immer dabei!

„Klassentreffen nach Mitternacht“ – und ich bin immer dabei!

Lauter solche Geschichten und schwuppdiwupp merkt man: das hier, was ich so lange nicht wahrhaben wollte, sind meine Wurzeln, und es war wichtig, hierher gekommen zu sein, um Frieden zu schließen mit den oft verkorksten, holprigen Anfängen in der Schule und mit den Lehrern und Mitschülern.

Ein Klassentreffen kurz unmittelbar nach der Schule kann man dagegen in keiner Weise vergleichen mit der Erinnerungskultur, die man sich im Alter von Mitte 40 bis 50 aufgebaut hat. Wenn damals noch die alten Wettbewerbe und Konkurrenzkämpfe aus der Schule fortgeführt wurden „was bist Du, was hast Du, meine Frau, meine Yacht, mein Auto“, so ist das im Alter Mitte bis Ende 40 anders. Ist zumindest meine Beobachtung.

Natürlich ist die obligatorische Vorstellungsrunde an so einem Abend immer wieder aufregend. Einige verfallen schnell in die Sprachregelung „bin nicht weit gekommen und immer in unserem Ort geblieben, aber sehr zufrieden mit allem“ und sagen das fast wie eine Entschuldigung. Aber so seltsam ist das Leben – ich hätte mir immer gewünscht, in meine Heimatstadt zurückzugehen. Man will eben doch immer das, was man gerade nicht bekommen konnte…

Outdoor-Gaming: ein kleiner Erfahrungsbericht oder von den Vorzügen konventioneller Spiele

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Anläßlich des Weltspieltages, den das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Wolfsburg am 1. Juni in Teilen der Porschestraße durchführte, machte sich auch eine kleine Abordnung der Stadtbibliothek auf den Weg in die Fußgängerzone: die Azubis der Stadtbibliothek  und der Autor Uwe Nüstedt.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs eröffnet den Weltspieltag 2012 in der Porschestraße

Oberbürgermeister Klaus Mohrs eröffnet den Weltspieltag 2012 in der Porschestraße

Im Schlepptau unsere (fast) gesamte Gaming-Ausstattung, denn wir waren sicher, dass die bei einem Weltspieltag nicht fehlen durfte und große Aufmerksamkeit erregen würde.  In den Vorbereitungsrunden, zu denen das Kinder- und Jugendbüro regelmäßig eingeladen hatte, wurde unser Anliegen schon Anfang des Jahres thematisiert und von der Mehrheit der Beteiligten durchgewunken – auch wenn der Hintergrund des Weltspieltages ist, dass Spiele gespielt werden sollen, die mit einfachen Mitteln und ohne viel Aufwand (Geld, Technik, Strom etc.) möglich sind.

Auch wenn hier am Nachbarstand der Turm mal wackelt - wir hatten ganz andere Probleme!

Auch wenn hier am Nachbarstand der Turm mal wackelt – wir hatten ganz andere Probleme!

Nachdem wir uns einen Tag zuvor alle noch einmal zum Einspielen trafen und die Gerätschaften und Spiele auf ihre Vollständigkeit überprüft hatten, waren wir schließlich sicher, dass es ein toller Tag werden würde. Die Playstation wollten wir in der Bibliothek zurücklassen, da außer „Sing Star“ so ziemlich alles an Spielen dafür ausgeliehen war .“Sing Star“ fanden wir allerdings nicht geeignet für die Fußgängerzone, deshalb sollten diesmal nur Nintendo DS, Nintendo 3D, die Xbox und die Wii dabei sein. Das würde aber ja auch reichen, dachten wir.

Und wenn das Wetter sich halten oder noch etwas verbessern würde….

Es kam Freitag, der 1. Juni und das Wetter war alles andere als einladend für einen Spieletag. Das sollte sich aber gar nicht als das größte Problem herausstellen, denn immer wieder kam die Sonne durch und die mitgebrachten Wolldecken und Verpflegungseinheiten hielten uns so einigermaßen bei Laune (das ist möglicherweise stark subjektiv gefärbt!?)

Da ging es noch: die Azubis der Stadtbibliothek

Da ging es noch: die Azubis der Stadtbibliothek

Erstmal stellten wir fest, dass die Wii die freie Natur nicht mochte und sich nach kurzem Hochfahren immer wieder von selbst abschaltete und dann hatte auch noch die Kinect der Xbox Schwierigkeiten, den Raum zu erfassen, sodass wir sie abklemmen mußten und ausschließlich Spiele wie „Lego-Fluch der Karibik“ und FIFA 11 mit Handsteuerung möglich waren.

Die Xbox-Kinder vom Weltspieltag

Die Xbox-Kinder vom Weltspieltag

Generell mußten die Kinder beim Spielen aber auch ganz nah an den Bildschirm gehen, da die Outdoor-Situation dazu führte, dass die Monitore stark spiegelten. Das Projekt, noch kurzfristig einen Pavillon, wie sie die anderen Stände teilweise hatten, zu organisieren, scheiterte und auch ein spontan beschaffter Sonnenschrim brachte keine Besserung.

Auch wenn immer kleinere bis größere Gruppen vor dem „einen“ Monitor standen und spielten, so hatten wir uns die Aktion doch anders vorgestellt.

FIFA 11.....

FIFA 11…..

Die Azubis froren trotz der Decken (schon gegen 14 Uhr postete eine Auszubildende:  „Wir zocken und erfrieren, warum sind wir bloß hier!?“) und ich hätte beinahe aus Frust die ganze Dose mit Schaumgummibärchen aufgefuttert.

Was wir daraus gelernt haben: Gaming-  immer wieder, aber wenn schon in freier Natur, dann auf jeden Fall im Zelt oder Pavillon!

Uwe Nüstedt