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Ist das Buch tot?

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Eigentlich eine komische  Frage, denn wie kann das Buch überhaupt sterben? Wenn das Buch stirbt, heißt es doch auch, dass nichts mehr veröffentlicht wird oder?  Und wie soll das bitte gehen,  dass nichts mehr veröffentlicht wird? Man sollte eher fragen, wie man aktuell Buch definiert? Also zum Beispiel als gedrucktes klassisches Buch oder als digitales  EBook? Im Grunde genommen muss die Antwort dann lauten: das Buch kann gar nicht sterben.

Die Frage „Ist das Buch tot?“ ist in der folgenden Woche eine wichtige Fragestellung für mich, daher habe ich mich heute ein wenig damit beschäftigt.

Es gibt also Stimmen, die sagen, dass das klassische Buch stirbt und ganz und gar von den digitalen Medien verdrängt wird. Und das glaube ich nicht. Grundsätzlich meine ich schon, dass das gedruckte Buch da verschwinden wird, wo es sich nicht mehr in die neuen digitalen Arbeitswelten einpassen läßt. Und das ist sicherlich der Fall in Wissenschaft und Lehre. Natürlich – und zum Glück – muss ich heute im Studium nicht mehr ausschließlich Bücher lesen und mir dann eine Mitschrift anfertigen, was ja immer auch bedeutete, dass man ganz viel handschriftlich zu arbeiten hatte. Dank „Drag&Drop“ kann ich heute auch verschiedenste Quellen und Textbestandteile zusammenbauen, womit also der ganze technische Schreibaufwand wegfällt. Das kann bedeuten, dass ich vielleicht oberflächlicher arbeite, muss es aber nicht! Es ist einfach eine andere Form der Wissenskonstruktion.

Ist das Buch tot?

Ist das Buch tot?

Gerade erinnere ich mich an mein Studium in den 90er Jahren, wo uns der Dozent einer „ganz wichtigen“ Veranstaltung abverlangte, dass  wir alle seine (veralteten) Folien abzuschreiben hatten. Mit der Begründung, dass man durch den Akt des Abschreibens den Inhalt abspeichert. Und das glaube ich nun wirklich nicht, denn viel besser hätte man sich damals die Unterlagen des Dozenten kopiert und in viel weniger Zeit selbst erschlossen. Allerdings waren des Dozenten Unterlagen damals auch veraltet, sodass das Abschreiben uns wirklich nur davon abhielt, beim Inhalt nachzuhaken.

Ich glaube, dass das gedruckte Buch gerade in den Bereichen überleben wird, wo es wirklich um eine spezielle Lesekultur geht. Also „das Haptische“- die Seele, der Geruch  eines Buches. Ich kann es anfassen, die Seiten umblättern, kann Rotwein- und Kaffeeflecken hinterlassen, Eselsohren reinknicken und auch schön gestaltete Einbände bewundern, sprich: das Medium mit alle Sinnen erfassen! Vielleicht macht ein gedrucktes  Buch auch wirklich mehr her bei gewissen Formen wie Gedichten oder Kurzgeschichten, wo es noch ein bisschen mehr um die Inszenierung an sich geht.

Aber da fängt es schon an: praktischer gerade für Vielleser sind die digitalen Medien schon. Es ist einfach ein Unterschied, ob ich mit meinem EBook-Reader und 1000 EBooks  im Westentaschenformat unterwegs bin oder Koffer von für mich relevanter Literatur mitschleppen muss. Ein Buch hat vielleicht ein halbes Kilo, der EBook-Reader durchschnittlich 200 Gramm.

Und was aus meiner Sicht letztendlich unbedingt für „den“ EBook-Reader spricht, das sind die zunehmend interaktiven Möglichkeiten, die er im Gegensatz zum gedruckten Buch bietet. Also sich mobil und flexibel mit anderen Reader-Nutzern über den Lieblings-Autoren, das Lieblingsbuch auszutauschen. Ich habe Wörterbücher, Lexika auf dem Reader und kann meistens auch Bilder, Videos und mp3s verwalten.

eReading – Ausblick auf 2014

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Interessante Prognosen für den eReading-Bereich auf lesen.net

Danach scheinen sich einige Trends anzudeuten wie einmal „die Gewichtsabnahme“ bei den Geräten und insgesamt größere und höher auflösende Displays – farbige E-Inks sind insgesamt noch unausgereift und es soll in 2014 auch kein farbiges EPaper geben, so ist die Prognose von lesen.net.

Größentechnisch wird der Sony DPT-S1 mit seinem DINA4-großen Display – insgesamt 13,3 Zoll – und einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixel wohl eine Ausnahme bleiben, dafür wird es aber einige eBook-Reader „namhafter Hersteller“ mit Bildschirmdiagonalen im Bereich zwischen 6 und 8 Zoll geben. Referenzprodukt und bisher unerreicht ist der  Kobo Aura HD mit einem  6,8 Zoll-Display und einer Auflösung von 1440 x 1080 Pixel (265 dpi). Mal sehen, in welcher Form der Kindle darauf reagiert?

Kobo Aura HD et Kobo Touch

Kobo Aura HD / Flickr: Actualitte

Allgemeine Enttäuschung über Sonys PRS-T3, der immer noch keine Beleuchtung hat. Ob es dieses Jahr noch einen PRS-T4 gibt?

Was das Gewicht der Reader angeht, ist der Kindle Paperwhite mit seinen 210 Gramm schon ziemlich leicht, das Gewicht purzelt aber noch weiter: so bringen die leichtesten Reader mittlerweile nur noch knapp 180 Gramm auf die Waage.

Kindle Paperwhite

Kindle Paperwhite / Flickr: zero2cool

Durchweg positiv die Resonanz und der Absatz beim Tolino Shine. Er bietet viel Leistung und Qualität fürs Geld und hat sich zu einem „richtig guten eBook-Reader gemausert“. Allerdings stehen der Tolino-Allianz, bestehend aus den beiden großen Buchhandelsketten Thalia und DBH (Weltbild, Hugendubel), Bertelsmann und Telekom große  Herausforderungen ins Haus. Ob es nun finanzielle Schwierigkeiten bei Weltbild oder Thalia (als Teil der Douglas-Holding), das große Filialnetz beider Buchhandelsketten, das unterhalten werden will oder aber die Tatsache ist, dass die Partner der Tolino-Allianz Verbündete aber auch gleichzeitig Wettbewerber sein müssen.

Was eigentlich hinter der Buch-Community Goodreads steht, die Amazon im letzten Jahr übernahm, war mir bisher gar nicht klar. Gleiches gilt für Amazons Fan-Fiction-Marktplatz Kindle Worlds, den Fortsetzungsgeschichten-Abodienst Kindle Serials (einmalig bezahlt, dann fortlaufend automatisch angeliefert), Vorablese-Service Kindle First und die von Amazon verlegte digitale Literaturzeitschrift Day One (erinnert mich an meine Tagebuch-App).

Tolino Shine

Tolino Shine

Wenn Goodreads richtig Fuß faßt in Deutschland, im Grunde eine Frage der Zeit, soll es daher auch enger werden für hiesige Buch-Communitys wie Lovelybooks (Holtzbrinck) und wasliestdu.de (Mayersche). Und natürlich auch für die Tolino-Allianz.

Und dann zu guter Letzt: der Bedarf an Flatrates im Bereich der eBook-Reader wird immer größer. Mal sehen, wie sich das in 2014 weiter entwickelt?

Meine Woche: Weihnachtsmusik, Facebook, EBook-Flatrates und CC-Geburtstag

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Offenes Singen – Alle Jahre wieder

Am Mittwoch Weihnachtsliedersingen in der Wolfsburger Musikbibliothek – eine stimmungsvolle Einstimmung in die Weihnachtszeit. Obwohl man ja überall mit Weihnachtsmusik zugedeckt wird – wenn man selbst am Klavier sitzt, ist es anders. Auch, wenn meine Begleiterlust erst bei solchen „neuen“ Titeln wie „Zumba, Zumba“ geweckt wurde…

"Zumba, Zumba"

„Zumba, Zumba“

Facebook in Verwaltungen – vorbildlich!

Der Weinheim-Blog berichtet über den Ersten Bürgermeister Weinheims Dr. Torsten Fetzner und darüber, wie er Facebook zum Austausch mit den Weinheimer Bürgern nutzt. Im Fokus für Fetzner sind vor allen Dingen Menschen unter 30 Jahren, für die die Tageszeitung eben nicht mehr „das“ Leitmedium ist. Fetzner schätzt die Geschwindigkeit der sozialen Medien wie Facebook, mit der er mit den Menschen in Kontakt kommen kann.

10 Jahre Creative Commons

Das Thema der vergangenen Woche. Hier ein Link zu einem Breitband-Beitrag mit Paul Keller (CC Niederlande) in dem es um neue Lizensierungsmodelle und den Grundgedanken von CC,  den freien Austausch von Kulturprodukten, geht.  Künstler / Autoren versehen ihre Produkte  selber mit Lizenzen, weil es ihnen vorrangig um einen kreativen Austausch und nicht ums Geldverdienen geht. Das, so Keller, haben 10 Jahre CC-Lizenzen auch besonders illustriert: nicht alle Künstler wollen den maximal möglichen Schutz für ihre Werke.

Creative Commons

Creative Commons

Für die Gründer von CC war das die Initialzündung. Sie meinten, dass das geltende Urheberrecht künstlerische Produkte zu lange schütze und es nicht mehr dem Internet entspreche. Vergessen darf man nicht, dass die CC-Lizenzen auf dem Urheberrecht beruhen und von vornherein nur als Ergänzung und nicht als Ersatz des Urheberrechts gedacht waren. Enorme Veränderungen haben CC bei Fotos hervorgerufen. flickr-Fotos können meistens ausschließlich unter der Nennung des Urhebernamens verwendet werden. Sinvoll einzusetzen sind CC auch im Bereich von Open Government, bei „öffentlichem“ Material, das in der Regel von öffentlichen Geldern finanziert wird und mit Hilfe von CC-Lizenzen so der Öffentlichkeit ohne Nutzungsbeschränkundg „zurückgegeben“ wird. Schwierig hingegen ist der Einsatz von CC noch in der Musik, da CC Lizenzen nicht ausreichend kompatibel sind mit der GEMA.

Weiter Links zum Thema:

Netbib

Soundcloud

10 Quellen für CC-Musik

EBooks und Co.

Zwei Dinge, die „aufhorchen“ lassen Amazons Kindle Fire – Flatrate und eine  Skoobe-StudieEBooks sind in Mitte der Gesellschaft angekommen“

Mit der Kindle-Fire-Flatrate startet Amazon ein weiteres Großprojekt in den USA, das Kindern im Alter von 3 bis 8 Jahren und ihren Eltern eine Flatrate für Medieninhalte anbietet. Kosten soll die Standardflat  im Monat 4,99 Dollar pro Kind oder 9,99 Dollar für die ganze Familie. Zugriff haben die Kinder nur auf Inhalte, die für ihr Alter geeignet sind oder die ihre Eltern für sie freigegeben haben.

Kindling by andyi

Kindling by andyi

Die Skoobe-Studie macht einen „Paradigmenwechsel der Kulturtechnik Lesen“aus. Nach der „Trendreport E-Reading 2012“ betitelten Studie schätzen mehr als neun von zehn Befragten (94 Prozent) die Möglichkeit, jederzeit neuen Lesestoff beziehen zu können und somit unterwegs die volle Flexibilität einer mobilen Bibliothek zu genießen. Diese „neue Lesekultur“ begünstige auch ein mehr selektives Leseverhalten: vier von fünf Befragten lesen so häufiger spontan unbekannte Bücher als vor der Nutzung von EBooks.

Meine Woche: gestauchte Gliedmaßen, fantastische Aussichten, EBooks, Wikipedia und der Popcorn-Maker

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„Nie wieder Liegewagen!“

Es ist einfach zu eng für einen 1,90er Mann: im Liegewagen des CNL  unternahmen wir einen Kurztripp nach Zürich (Hin- und Rückfahrt). Auch wenn das original 6er Abteil nur zu viert belegt war – diese Art des Reisens ist nichts mehr für uns! Da hatte ich während der Nachtfahrt im Wiedervereinigungsexpress in Vietnam mehr Platz! Ehrlich! Außerdem lagen wir noch ganz oben unter dem Dach, da war erst recht nichts zu machen.

Liegewagen im City-Night-Line

Liegewagen im City-Night-Line

Ansonsten nur schöne Aussichten in Zürich: Weihnachtlichkeit im Shopville des Hauptbahnhofes

Weihnachten im Zürcher Hauptbahnhofs-Shopville

Weihnachten im Zürcher Hauptbahnhofs-Shopville

und „fantastische Weiten“ bei der Familie

Fantastische Aussicht

Fantastische Aussicht

„Macht die Bücher billiger!“

Interessanter Beitrag in den EBook-News von letzter Woche: der  E-Book-Händler easybook24.de startete eine Online Petition auf bundestag.de und will damit die Senkung der Mehrwertsteuer bei EBooks auf 7 Prozent erreichen.

„Neun Millionen“

Und noch ein interessanter Beitrag des Börsenblatts über die Tabletnutzung in Deutschland. Nach dieser Quelle des Branchenverbandes Bitkom nutzen 13 Prozent der deutschen Bevölkerung ein Tablet. Der Genderaspekt dabei: 15 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen in Deutschland sind Tabletnutzer.

„Und sie wächst und wächst…“

Die deutschsprachige Wikipedia enthält mittlerweile 1, 5 Millionen Artikel und wächst weiter konstant. Allerdings sinkt die Zahl der Autoren ein wenig: im Vergleich zu 2011 waren 3 Prozent weniger Autoren aktiv. Das berichtet schmalenstroer.net

Mozillas Popcorn Maker

Popcorn ist ein neues Videotool der Mozilla Foundation, das auf dem diesjährigen Mozilla-Festival in London vorgestellt wurde. Mit dem Popcorn Maker lassen sich Web-Videos mixen, verschiedene Inhalte wie z. B. Fotos, Links und Streams einfügen und online stellen.

Popcorn Maker - das neue Videotool von Mozilla

Popcorn Maker – das neue Videotool von Mozilla

In diesem Podcast auf DRadio Wissen berichtet Mercedes Bunz über das diesjährige Mozilla-Festival in London und den Popcorn-Maker.

Impressionen vom 101. Bibliothekartag bei der Zukunftswerkstatt / Gelegenheit fürWolfsburg

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Auch der Mittwoch und Donnerstag letzter Woche waren voller interessanter Eindrücke bei der Zukunftswerkstatt im Raum A des CCH. Am Mittwoch starteten Markus Caspers aus Köln und Martin Kramer aus Krefeld mit Erfahrungsberichten zum Thema EBooks in ihren Bibliotheken.

Markus Caspers

Markus Caspers über EBooks in der Stadtbibliothek Köln

Bevor dann Justin Hönke, Teen-Librarian der Portland-City-Library einen engagierten Vortrag über Gaming in Bibliotheken hielt, hörten wir ebenfalls von Markus Caspers und Martin Kramer Praxisberichte zum Thema Librarything in Bibliotheken  („Bibliotheksnutzer rezensieren Katalogeinträge der Bibliotheken“) und konnten am App-Happening mit Dierk Eichel teilnehmen, der die unterschiedlichsten Apps, sowohl fürs iPad als auch für Android-Tablets zum Ausprobieren in Kleingruppen vorbereitet hatte.

Dierk Eichel (re.) testet mit Bernd von Seggern (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Oldenburg) das Toshiba-Tablet 200 AT

Dierk Eichel (re.) testet mit Bernd von Seggern (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Oldenburg) das Toshiba-Tablet 200 AT

Von Justin Hönke  hat mich besonders ein Zitat beeindruckt: „Give your community what they want“. Ein Gedanke, der sicherlich viel zum Nachdenken in Bibliotheken anregen wird.

Der Donnerstag war dann auch eine „Gelegenheit für Wolfsburg“.  So stellte Christian Cordes das neue CoWorking Space bzw. das „Schiller40“ in Wolfsburg vor und berichtete auch von den gemeinsamen Projekten mit der Stadtbibliothek wie z.B. der nächsten Powerpointkaraoke, die am Donnerstag, 14. Juni um 19 Uhr  in der Zentralbibliothek im Aaltohaus stattfinden wird.

Christian Cordes, CoWorking Wolfsburg (li.) und Uwe Nüstedt (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Wolfsburg)

Christian Cordes, CoWorking Wolfsburg (li.) und Uwe Nüstedt (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Wolfsburg)

Umrahmt wurden die Kurzvorträge während der gesamten Zeit von der Gaming-Roadshow  und den zum Ausprobieren präsentierten EBook-Readern und Tablets, die die Zukunftswerkstatt u. a. auch bei SATURN Wolfsburg geliehen hat.

Gaming Roadshow bei der Zukunftswerkstatt

Gaming Roadshow bei der Zukunftswerkstatt

Uwe Nüstedt