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“Gaming in Bibliotheken – Gamify your Library” – von den Lebensrealitäten, auf die Bibliothek und Schule besser reagieren müssen

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Am 7. November war Christoph Deeg, Berater und Speaker für die Bereiche Social-Media-Management und Gamification, zu Gast in der Stadtbibliothek Wolfsburg und sprach über die Bedeutung von Gaming und Gamification in der Zukunft der Kultur- und Wissensvermittlung.

Christoph Deeg

Christoph Deeg

Zu der Veranstaltung, die von der Wolfsburg AG unterstützt wurde, waren rund 40 Gäste, darunter Bibliotheksmitarbeiter auch aus umliegenden Bibliotheken, Medienpädagogen aus Wolfsburg und Schüler eines Seminarfachs des Wolfsburger Ratsgymnasiums mit ihrer Lehrerin Frau Weber-Förster gekommen. „Gaming ist Lernen, Computerspiele zeigen uns, wie wir besser lernen, lehren und arbeiten, sie sind Maschinen zur Vernetzung und Erweiterung der Kreativität“, so Christoph Deeg. Ein Kind, das Pokemon spielt, lernt in einem Spiel mehr neue Worte lesen und schreiben als in den ersten beiden Schuljahren. Gaming ist Lernen „ohne dass man es merkt“. Schüler, die sich erfolgreich in World of Warcraft oder Starcraft bewähren, sind alles andere als für ihr weiteres Leben gefährdete Schüler. Im Gegenteil: sie beweisen, dass sie fähig sind, kreativ und gemeinsam mit anderen Strategien für das Verstehen komplexer Strukturen zu entwickeln. Leider seien die Methoden des Lernens in Computerspielen und aktuell in Schule und Bibliothek (noch) nicht kompatibel, so Deeg. Auf der einen Seite die noch sehr linearen Lern- und Bildungswelten und auf der anderen die Kultur des Gamings mit klaren Zielen, einem Regelwerk, das Kreativität und Freiräume zulässt und ein jederzeit starkes Feedback verspricht. Auch die Chance, durch Fehler zu lernen („Try and fail“) sei derzeit in der Schule viel zu wenig gegeben. Gaming wird die Bibliotheksarbeit verändern, ist Deeg überzeugt . So geht es in Zukunft nicht darum, wie viele Games eine Bibliothek in ihrem Medienbestand hat und welche sie verleiht, sondern vielmehr darum, ob Bibliotheken (und Schulen) bereit sind, Gaming und Gamern eine Plattform zu geben, auf der sie sich entwickeln können. Das setze voraus, dass Bibliotheken die Kultur der Gamer akzeptieren und noch vielmehr, dass sie die Lern- und Spielprinzipien von Computerspielen auch auf ihre Arbeitsinstrumente wie Kataloge etc. übertragen (s. Gamification).

Christoph Deeg

Christoph Deeg

Aufgeräumt werden sollte mit typischen Klischees, dem Entweder-Oder klassischer Bildungsideale. Wie etwa, dass es als erstrebenswert gilt, sich allein und abgesondert in ein Buch zu vertiefen, wir dagegen aber höchst alarmiert sind, wenn sich Jugendliche längere Zeit allein mit Computerspielen oder aber in der Öffentlichkeit mit ihrem Smartphone beschäftigen. Klassische Medien wie Bücher sind nicht schlechter als Computerspiele oder aber Smartphones. Es sind unterschiedliche Lebensrealitäten, die nebeneinander existieren und ein Ausdruck unserer reichen kulturellen Identität. Es war ein spannender, mitreißender Vortrag, für den wir uns herzlich bei Christoph Deeg bedanken und auch bei der Wolfsburg AG, die ihn mit ermöglicht hat.

Outdoor-Gaming: ein kleiner Erfahrungsbericht oder von den Vorzügen konventioneller Spiele

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Anläßlich des Weltspieltages, den das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Wolfsburg am 1. Juni in Teilen der Porschestraße durchführte, machte sich auch eine kleine Abordnung der Stadtbibliothek auf den Weg in die Fußgängerzone: die Azubis der Stadtbibliothek  und der Autor Uwe Nüstedt.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs eröffnet den Weltspieltag 2012 in der Porschestraße

Oberbürgermeister Klaus Mohrs eröffnet den Weltspieltag 2012 in der Porschestraße

Im Schlepptau unsere (fast) gesamte Gaming-Ausstattung, denn wir waren sicher, dass die bei einem Weltspieltag nicht fehlen durfte und große Aufmerksamkeit erregen würde.  In den Vorbereitungsrunden, zu denen das Kinder- und Jugendbüro regelmäßig eingeladen hatte, wurde unser Anliegen schon Anfang des Jahres thematisiert und von der Mehrheit der Beteiligten durchgewunken – auch wenn der Hintergrund des Weltspieltages ist, dass Spiele gespielt werden sollen, die mit einfachen Mitteln und ohne viel Aufwand (Geld, Technik, Strom etc.) möglich sind.

Auch wenn hier am Nachbarstand der Turm mal wackelt - wir hatten ganz andere Probleme!

Auch wenn hier am Nachbarstand der Turm mal wackelt – wir hatten ganz andere Probleme!

Nachdem wir uns einen Tag zuvor alle noch einmal zum Einspielen trafen und die Gerätschaften und Spiele auf ihre Vollständigkeit überprüft hatten, waren wir schließlich sicher, dass es ein toller Tag werden würde. Die Playstation wollten wir in der Bibliothek zurücklassen, da außer „Sing Star“ so ziemlich alles an Spielen dafür ausgeliehen war .“Sing Star“ fanden wir allerdings nicht geeignet für die Fußgängerzone, deshalb sollten diesmal nur Nintendo DS, Nintendo 3D, die Xbox und die Wii dabei sein. Das würde aber ja auch reichen, dachten wir.

Und wenn das Wetter sich halten oder noch etwas verbessern würde….

Es kam Freitag, der 1. Juni und das Wetter war alles andere als einladend für einen Spieletag. Das sollte sich aber gar nicht als das größte Problem herausstellen, denn immer wieder kam die Sonne durch und die mitgebrachten Wolldecken und Verpflegungseinheiten hielten uns so einigermaßen bei Laune (das ist möglicherweise stark subjektiv gefärbt!?)

Da ging es noch: die Azubis der Stadtbibliothek

Da ging es noch: die Azubis der Stadtbibliothek

Erstmal stellten wir fest, dass die Wii die freie Natur nicht mochte und sich nach kurzem Hochfahren immer wieder von selbst abschaltete und dann hatte auch noch die Kinect der Xbox Schwierigkeiten, den Raum zu erfassen, sodass wir sie abklemmen mußten und ausschließlich Spiele wie „Lego-Fluch der Karibik“ und FIFA 11 mit Handsteuerung möglich waren.

Die Xbox-Kinder vom Weltspieltag

Die Xbox-Kinder vom Weltspieltag

Generell mußten die Kinder beim Spielen aber auch ganz nah an den Bildschirm gehen, da die Outdoor-Situation dazu führte, dass die Monitore stark spiegelten. Das Projekt, noch kurzfristig einen Pavillon, wie sie die anderen Stände teilweise hatten, zu organisieren, scheiterte und auch ein spontan beschaffter Sonnenschrim brachte keine Besserung.

Auch wenn immer kleinere bis größere Gruppen vor dem „einen“ Monitor standen und spielten, so hatten wir uns die Aktion doch anders vorgestellt.

FIFA 11.....

FIFA 11…..

Die Azubis froren trotz der Decken (schon gegen 14 Uhr postete eine Auszubildende:  „Wir zocken und erfrieren, warum sind wir bloß hier!?“) und ich hätte beinahe aus Frust die ganze Dose mit Schaumgummibärchen aufgefuttert.

Was wir daraus gelernt haben: Gaming-  immer wieder, aber wenn schon in freier Natur, dann auf jeden Fall im Zelt oder Pavillon!

Uwe Nüstedt

Impressionen vom 101. Bibliothekartag bei der Zukunftswerkstatt / Gelegenheit fürWolfsburg

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Auch der Mittwoch und Donnerstag letzter Woche waren voller interessanter Eindrücke bei der Zukunftswerkstatt im Raum A des CCH. Am Mittwoch starteten Markus Caspers aus Köln und Martin Kramer aus Krefeld mit Erfahrungsberichten zum Thema EBooks in ihren Bibliotheken.

Markus Caspers

Markus Caspers über EBooks in der Stadtbibliothek Köln

Bevor dann Justin Hönke, Teen-Librarian der Portland-City-Library einen engagierten Vortrag über Gaming in Bibliotheken hielt, hörten wir ebenfalls von Markus Caspers und Martin Kramer Praxisberichte zum Thema Librarything in Bibliotheken  („Bibliotheksnutzer rezensieren Katalogeinträge der Bibliotheken“) und konnten am App-Happening mit Dierk Eichel teilnehmen, der die unterschiedlichsten Apps, sowohl fürs iPad als auch für Android-Tablets zum Ausprobieren in Kleingruppen vorbereitet hatte.

Dierk Eichel (re.) testet mit Bernd von Seggern (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Oldenburg) das Toshiba-Tablet 200 AT

Dierk Eichel (re.) testet mit Bernd von Seggern (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Oldenburg) das Toshiba-Tablet 200 AT

Von Justin Hönke  hat mich besonders ein Zitat beeindruckt: „Give your community what they want“. Ein Gedanke, der sicherlich viel zum Nachdenken in Bibliotheken anregen wird.

Der Donnerstag war dann auch eine „Gelegenheit für Wolfsburg“.  So stellte Christian Cordes das neue CoWorking Space bzw. das „Schiller40“ in Wolfsburg vor und berichtete auch von den gemeinsamen Projekten mit der Stadtbibliothek wie z.B. der nächsten Powerpointkaraoke, die am Donnerstag, 14. Juni um 19 Uhr  in der Zentralbibliothek im Aaltohaus stattfinden wird.

Christian Cordes, CoWorking Wolfsburg (li.) und Uwe Nüstedt (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Wolfsburg)

Christian Cordes, CoWorking Wolfsburg (li.) und Uwe Nüstedt (Zukunftswerkstatt und Stadtbibliothek Wolfsburg)

Umrahmt wurden die Kurzvorträge während der gesamten Zeit von der Gaming-Roadshow  und den zum Ausprobieren präsentierten EBook-Readern und Tablets, die die Zukunftswerkstatt u. a. auch bei SATURN Wolfsburg geliehen hat.

Gaming Roadshow bei der Zukunftswerkstatt

Gaming Roadshow bei der Zukunftswerkstatt

Uwe Nüstedt